Digitale Souveränität ist kein abstraktes Zukunftsthema, sondern eine zentrale Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und Europas. Das wurde bei unserer Hybridkonferenz „Digitale Souveränität – Schlüsselelement eines erfolgreichen Wirtschaftsstandorts“ des Fachforum Digitales unter der Leitung von Vizepräsidentin Nora Heer und Boris von Chlebowski, Mitglied der Geschäftsführung von Accenture, deutlich.
Johannes Schätzl, MdB und digitalpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, betonte in seinem Impuls, dass Europa angesichts wachsender Abhängigkeiten und globaler Technologiekonkurrenz vor grundlegenden Weichenstellungen steht. Es gehe nicht um Abschottung, sondern um Resilienz: Kritische Infrastrukturen müssten geschützt und Abhängigkeiten gezielt reduziert werden. Dafür brauche es mehr Tempo, stärkere europäische Zusammenarbeit und die Bereitschaft, auch unbequeme Entscheidungen zu treffen.
In der Paneldiskussion mit Dr. Wolfgang Oels, COO der Ecosia GmbH, sowie Dr. Sabine Schmidt, Senior Representative der Otto Group wurde deutlich: Für mehr digitale Souveränität braucht es jetzt konkrete politische und unternehmerische Entscheidungen. Unternehmen setzen auf diversifizierte Infrastrukturen und Partnerschaften, um Risiken zu reduzieren, wobei vollständige Autarkie weder realistisch noch sinnvoll ist. Gleichzeitig treffen strategische Souveränitätsziele auf Marktlogiken.
Klar ist aber auch: Europa verfügt über die notwendigen Kompetenzen. Entscheidend ist nun, diese konsequent zu bündeln, Abhängigkeiten strategisch zu reduzieren und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen.