E-Mobilität made in Germany – verpasst Deutschland die Antriebswende?
Auf unserer Fachkonferenz zum Hochlauf der Elektromobilität haben wir gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, MdB über genau diese Frage diskutiert.
Verbandspräsidentin Prof. Dr. Ines Zenke machte zum Auftakt deutlich: „Unsere Wirtschaft steht unter heftigem Druck. Polykrisen, überbordende Bürokratie, hohe Energiepreise, geopolitische Veränderungen – dies und mehr trifft die Automobil- und Zulieferindustrie in besonderem Maße. Ohne ein klares Zukunftsbild für diese Schlüsselindustrie wird sich die schlechte wirtschaftliche Stimmung im Land schwerlich aufhellen.“ Mehr als 545.000 Neuzulassungen von E-Autos im Jahr 2025 zeigen, dass wir aus der Elektromobilität eine Erfolgsgeschichte „made in Germany“ machen können. Dafür müssen die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen.
Bundesminister Patrick Schnieder, MdB brachte es in seiner Keynote und im Gespräch mit Prof. Dr. Ines Zenke auf den Punkt: Wir können E-Mobilität, wir müssen sie jetzt auf die Straße bringen. Er verwies auf den deutlichen Fortschritt beim Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie den Masterplan Ladeinfrastruktur und das Deutschlandnetz, welche die verbleibenden weiße Flecken schließen und auch Busse sowie schwere Nutzfahrzeuge in den Blick nehmen. Außerdem kündigte er für dieses Jahr ein umfassendes Gesetz für den Bürokratieabbau im Verkehrsbereich an. Ein weiteres Schlüsselfeld: der urbane Raum mit vielen Mehrfamilienhäusern und wenig privaten Stellplätzen – hier soll der Ausbau der Ladeinfrastruktur gezielt gefördert werden.
Einen starken Impuls setzte auch Grant Hendrik Tonne, Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen des Landes Niedersachsen: Preis, Alltagstauglichkeit und Verlässlichkeit müssen stimmen, damit sich Verbraucherinnen und Verbraucher für ein E-Auto entscheiden. Denn Elektromobilität ist kein Selbstzweck, sondern Mittel, um Mobilität zukunftsfähig und sozial gerecht zu gestalten.
Im Panel mit Isabel Cademartori, MdB und Sprecherin für Verkehrspolitik der SPD-Bundestagsfraktion, Alexander Junge (Mitglied des Vorstands der Aral AG) und Andreas Rade (Geschäftsführer VDA), moderiert von Prof. Dr.-Ing. Thomas Schwarz, Fachforenleiter „Mobilität und Infrastruktur“, stand die Frage im Mittelpunkt, unter welchen Bedingungen der Wandel zur Elektromobilität gelingt.
Diskutiert wurden zudem die industriepolitischen Rahmenbedingungen und Richtungsentscheidungen auf EU-Ebene. Einigkeit bestand darin, dass Wertschöpfung in Europa gestärkt werden muss – bei Herstellern ebenso wie bei Zulieferern. Ein zentrales Fazit: Damit die Antriebswende gelingt, braucht es klare und verlässliche Anreize, die die privaten Verbraucher erreichen.
Wir bedanken uns herzlich bei EY Deutschland GmbH, in deren Räumlichkeiten wir diese Veranstaltung durchführen konnten, und insbesondere bei Dr. Henrik Ahlers für sein Grußwort.
Foto-Credits: Marco Urban / Wirtschaftsforum der SPD e.V.