Passend zu den sommerlichen Temperaturen stand beim gemeinsamen Branchenabend des Wirtschaftsforums der SPD und des Seeheimer Kreis in der SPD-Bundestagsfraktion ein besonders heißes Thema auf der Agenda im Bundestag: Künstliche Intelligenz. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Organisationen wurde über die Zukunft von KI in Deutschland und Europa diskutiert.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Deutschland bei der Entwicklung und vor allem bei der Anwendung von Künstlicher Intelligenz schneller vorankommen kann.
Nora Heer, Vizepräsidentin des Wirtschaftsforums der SPD e.V., machte deutlich: Gerade beim Einsatz von KI in Unternehmen besteht in Deutschland weiterhin erheblicher Aufholbedarf. Um die Potenziale der Technologie zu nutzen, braucht es bessere Rahmenbedingungen, mehr Investitionen und den Mut, Innovation konsequent voranzutreiben.
Gemeinsam mit den Abgeordneten Johannes Schätzl, digitalpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Parsa Marvi, Daniel Bettermann und Matthias Mieves wurde zudem intensiv über die europäische Perspektive diskutiert. Klar wurde: Die Entwicklung leistungsfähiger KI ist längst auch eine Frage der digitalen Souveränität Europas. Unser Anspruch muss sein, Deutschland und Europa als wettbewerbsfähige und innovationsstarke KI-Standorte zu etablieren.
Dabei gilt es, auf unsere bestehenden Stärken aufzubauen. Insbesondere das Aufbrechen von Datensilos und die intelligente Nutzbarmachung von Daten bieten – gerade mit Blick auf Deutschlands starke industrielle Basis – enormes Potenzial. Gleichzeitig verfügt Europa über eine hohe Dichte an exzellenten Talenten in Forschung, Entwicklung und Wirtschaft. Dieses Potenzial müssen wir noch entschlossener fördern und miteinander vernetzen.
Eine besondere Rolle spielen dabei Start-ups: Sie bringen Tempo, Risikobereitschaft und neue Geschäftsmodelle in die KI-Entwicklung ein. Damit aus guten Ideen skalierbare Anwendungen werden, brauchen sie besseren Zugang zu Kapital, Daten, öffentlichen Aufträgen und industriellen Kooperationspartnern.
Ebenso deutlich wurde: KI verändert Wirtschaft und Arbeitswelt grundlegend. Deshalb müssen wir den technologischen Wandel aktiv gestalten – mit einem besonderen Fokus auf Qualifizierung, Aus- und Weiterbildung sowie den Auswirkungen auf Beschäftigung und Arbeitsplätze. Nur wenn Innovation und gesellschaftliche Verantwortung zusammengedacht werden, kann KI ihr volles Potenzial entfalten.
Der Austausch hat einmal mehr gezeigt: Der Dialog zwischen Politik und Wirtschaft ist entscheidend, um Deutschland und Europa fit für das KI-Zeitalter zu machen.