Der Hochlauf von Wasserstoff ist ein unverzichtbares Werkzeug, will Deutschland industrielle Stärke, Klimaschutz und sozialen Zusammenhalt zugleich sichern. Hierzu haben wir im Rahmen einer Arbeitssitzung unseres Fachforums „Energie und Klima“ mit Mahmut Özdemir, MdB und zuständiger Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion, diskutiert und beleuchtet, wie Wasserstoff nicht nur als neuer Energieträger, sondern als strategische Säule einer modernen Industriepolitik entwickelt werden kann.
Im Mittelpunkt der von Prof. Dr. Ines Zenke, Präsidentin und Co-Fachforenleiterin, moderierten Veranstaltung standen die Voraussetzungen, die ein Wasserstoffökosystem braucht: Klare Regeln statt wechselnder Signale, Investitionssicherheit statt wachsender Unsicherheit und eine europäische Koordinierung, die nationale Anstrengungen verstärkt, statt sie zu konterkarieren.
In der Diskussion wurde klar: Märkte für grünen Wasserstoff und seine Anwendungen entstehen nicht von allein – sie benötigen verlässliche Energiepreise, planbare Infrastrukturentscheidungen und Förderinstrumente, die Investitionen auslösen und nicht verzögern.
Zugleich wurde deutlich, dass Wasserstoffpolitik immer auch Standort- und Industriepolitik ist. Wenn Wertschöpfung, Technologiekompetenz und gute Arbeit in Deutschland gehalten und ausgebaut werden sollen, braucht es Prioritäten bei Infrastruktur, Industriestrom und Förderung – und einen Staat, der seinen ordnungspolitischen Spielraum gezielt nutzt.
Wasserstoff strategisch zu denken heißt, über Einzelprojekte hinaus das Zusammenspiel von Industrie‑, Energie‑ und Finanzpolitik in den Blick zu nehmen. Es geht darum, jene Rahmenbedingungen zu stärken, die tragen, die Wirkung bestehender Instrumente kritisch zu prüfen und dort Wachstum zu ermöglichen, wo Transformation, Wettbewerbsfähigkeit und sozialer Ausgleich zusammenfallen.