Die Mitglieder des Wirtschaftsforums der SPD e.V. haben am Montag bei der turnusmäßigen Wahl des Geschäftsführenden Präsidiums Prof. Dr. Ines Zenke mit 60,3 Prozent für zwei weitere Jahre im Amt der Präsidentin bestätigt. Gegenkandidat Heiko Kretschmer erhielt 39,7 Prozent der Stimmen.
Die Mitglieder des unternehmerischen Berufsverbands bestätigten zudem Prof. Dr. Susanne Knorre als Schatzmeisterin. Zu Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten wurden Dr. Peter Güllmann, Matthias Machnig, Philipp Schlüter, Dr. Tanja Wielgoß und Michael Wiener erneut gewählt. Neu ins geschäftsführende Präsidium wurde die Digitalgründerin, Geschäftsführerin und KI-Expertin Nora Heer gewählt.
Zenke dankte den Mitgliedern für das ihr entgegengebrachte Vertrauen für eine weitere Amtszeit als Präsidentin des SPD-Wirtschaftsforums und betonte: „Die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist ernst. Die Frage ist daher auch, ob Deutschland aufgrund der Mehrfachbelastungen und Zumutungen resilient genug ist, oder ob das Geschäftsmodell Deutschland droht, auf Grund zu laufen“, sagte Verbandspräsidentin Ines Zenke. Man habe sich zu lange auf billigem Geld, auf dem Trugschluss der geopolitischen Unversehrbarkeit und hoher Exportnachfrage ausgeruht. „Fakt ist auch, dass die Komplexität der Regulierung in allen Bereichen Innovationen erschwert, Gründerinnen und Gründer abschreckt oder die Ansiedlungen von Zukunftstechnologien verhindert“, so Zenke weiter.
„Politik wird besser, wenn sie den Austausch sucht“
Umso wichtiger sei es, dass die Politik die richtigen Voraussetzungen schaffe, damit unternehmerischer Wille fruchten kann und um Innovation und Vertrauen in Deutschlands Stärken zu fördern. „Politik wird besser, wenn sie den Austausch und Kooperation mit starken Unternehmerinnen und Unternehmern im Land sucht“, so Zenke, „und genau dafür stehe auch das Wirtschaftsforum, „für Kompetenz durch Austausch miteinander und gegenseitiges Verstehen“.
Als „Impulsgeber und wichtiges Bindeglied zwischen Politik und Wirtschaft“ bezeichnete Verteidigungsminister Boris Pistorius das Wirtschaftsforum der SPD e.V., das in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum feierte. Der Verband schlage Brücken und sorge dafür, die Wirtschaft resilienter zu machen. Insbesondere in Zeiten von Krieg und Krisen sei das wichtig, da sich die transatlantische Sicherheitslage durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine fundamental verändert habe.
„Unsere Streitkräfte brauchen ein funktionierendes Land und dazu brauchen wir eine funktionierende Wirtschaft mit kreativen Ideen und Netzwerken. „Eine Wirtschaft, die Innovationen erkennt und umsetzt“, betonte der Minister. Man müsse technologisch agil bleiben und dürfe hier nicht den Anschluss verlieren. „Wir als Politik wollen, dass Sie erfolgreich sind, denn Ihr Erfolg bedeutet, dass wir sicher sind“, so Pistorius an die Mitglieder des Verbands.
Viel Skepsis in der Wirtschaft bei Mitgliedern und Entscheidern
Wie sehr die Zeit drängt, zeigt auch die aktuelle Civey-Umfrage unter Entscheiderinnen und Entscheidern, die das Wirtschaftsforum der SPD in Auftrag gegeben hat. Ob die Bundesregierung die wichtigen Probleme Deutschlands lösen kann, spaltet die Befragten: Rund ein Drittel blickt zuversichtlich auf die neue Bundesregierung und geht davon aus, dass diese die Probleme des Landes verglichen mit der vorigen Ampel-Regierung wirksamer angeht. Ein Drittel hat weniger Vertrauen in Schwarz-Rot, rund ein weiteres Drittel hat gleichbleibendes Vertrauen. Auch in der aktuellen Umfrage unter den Mitgliedern des SPD-Wirtschaftsforums kann man erkennen, dass noch viel Skepsis herrscht, ob Deutschland ein wirtschaftspolitisches Umfeld für Innovation und Zukunftstechnologien biete. Fast jeder zweite sieht das nicht so.
Das Präsidium des Wirtschaftsforums der SPD setzt sich aus dem sechsköpfigen Geschäftsführenden Präsidium und dem Erweiterten Präsidium, das mit sechs Personen besetzt ist, zusammen. Die Amtszeit beträgt in beiden Gremien jeweils zwei Jahre, die Wahlen finden alternierend statt.
Das Wirtschaftsforum der SPD erfüllt mit dem sechsköpfigen Präsidium seine selbstgesteckte Geschlechterquote für die Besetzung des Geschäftsführenden Präsidiums. Die bereits auf der Mitgliederversammlung im Dezember 2021 beschlossene Regelung sieht vor, dass im Geschäftsführenden Präsidium Frauen und Männer mit einem Anteil von je mindestens 40 Prozent vertreten sein sollen. Damit ist das Wirtschaftsforum der SPD einer der ersten Wirtschaftsverbände in Deutschland mit einer auf geschlechtliche Parität zielenden Satzung.