• Reform bittere Medizin, aber nötig – Wirtschaftsforum der SPD begrüßt Vorschläge zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung

30.03.2026

Berlin, 30. März 2026 – Der heute vorgestellte Bericht der Finanzkommission Gesundheit ist ein wichtiger und überfälliger Schritt. Es ist richtig, dass die strukturellen Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung klar benannt und konkrete Maßnahmen zur Stabilisierung der Beitragssätze ab 2027 vorgelegt werden. Das System stößt erkennbar an seine Grenzen – Handlungsbedarf besteht.

Positiv ist, dass die Bundesregierung damit den Koalitionsvertrag umsetzt und die notwendigen Reformen anpackt. „Die Bundesregierung darf vor strukturellen Problemen nicht länger einknicken. Wir begrüßen den politischen Mut, den wir lange vermisst haben. Kein einfacher Weg, aber nur so bringt man das Land wieder Stück für Stück nach vorne“, sagt Prof. Dr. Klaus Kocks, Mitglied des erweiterten Präsidiums. Klar ist aber auch: Die vorgeschlagenen Maßnahmen werden nicht ohne Einschnitte für einzelne Akteure auskommen. „Alle werden ihren Beitrag leisten müssen“, betont Schatzmeisterin Prof. Dr. Susanne Knorre.

Alle Beteiligten in Politik und Gesundheitswesen sind gefordert, sich konstruktiv, lösungsorientiert und ohne Vorfestlegungen und ohne rote Linien in die weiteren Verhandlungen einzubringen. Partikularinteressen dürfen in dieser Phase nicht im Vordergrund stehen – entscheidend ist die langfristige Stabilität und Funktionsfähigkeit des Gesamtsystems.

Jetzt braucht es Tempo und Verlässlichkeit in der Umsetzung. Die Aushandlungsprozesse müssen zügig geführt werden, damit spätestens im Herbst die gesetzgeberischen Schritte eingeleitet werden können. Ziel ist es, rasch Klarheit zu schaffen und Planungssicherheit für Versicherte, Leistungserbringer und Kostenträger gleichermaßen zu gewährleisten. Die anstehenden Maßnahmen sollten im Einklang mit den Leitlinien einer MedTech- und Pharmastrategie stehen – mit dem Ziel, die Gesundheitswirtschaft konsequent zu einer tragenden Leitwirtschaft weiterzuentwickeln.

Wir freuen uns, die Vorschläge am 16. April im Rahmen unseres Dialogforums Sozialversicherungen gemeinsam mit Prof. Dr. Jonas Schreyögg, Inhaber der Professur für Management im Gesundheitswesen an der Universität Hamburg und Mitglied der Finanzkommission Gesundheit, zu diskutieren.