Wirtschafsforum der SPD e.V.

Europa und Außenwirtschaft

Europa stärken, Freihandel bewahren – Wachstum durch Investitionen und Innovation

 

Deutschland ist als Exportnation auf offenen, fairen Welthandel angewiesen. Der Brexit und die neue Debatte um Protektionismus sind Herausforderungen, die besonnene aber klare Antworten verlangen. Europa kann und muss selbstbewusster agieren. Europa hat den größten Binnenmarkt der Welt und eine starke, von vielen Mitgliedsstaaten geteilte einheitliche Währung geschaffen. Europa muss gestärkt, der Binnenmarkt vollendet und die gemeinsame Euro-Währung krisenfest gemacht werden. Den Freihandel und faire Austauschbeziehungen, eine nachhaltige globale Welthandelsstruktur und die Geltung internationaler Rechtsnormen gilt es zu bewahren und auszubauen.

Das Wirtschaftsforum der SPD hat sich intensiv für den Abschluss des CETA-Abkommens mit Kanada eingesetzt. Es ist gut, dass wir diese Perspektive haben. Die darin vereinbarten fortschrittlichen Standards sind der Qualitätsmaßstab für künftige weitere bi- und multilaterale Handelsabkommen der EU.

Die Brexit-Entscheidung wurde in Großbritannien von Regierung und Parlament bestätigt. In den Verhandlungen über das künftige Verhältnis zur EU muss klar sein, dass die vier  Freiheiten des Binnenmarktes (Güter, Dienstleistungen, Kapital und Arbeitskräfte) nicht zur Disposition stehen.

Die Arbeit des Fachforums orientiert sich an vier Zielen bzw. Schwerpunkt-Themen:

1. Den Außenhandel stärken, neue Märkte erschließen

Fast jeder vierte Arbeitsplatz hängt in Deutschland am Exportsektor. Zusätzlich zu der Bedeutung des Handels mit den USA geht es darum sind die sogenannten „Emerging Markets“ der Schwellenländer und das Wachstumspotential der BRICS-Staaten von Bedeutung. Bessere Marktzugangschancen, die Sicherung von Rohstoffmärkten, die Gewinnung hoch qualifizierter Arbeitskräfte und Betonung internationaler Kooperation und Investitionstätigkeit sind Hauptfelder einer strategischen, nachhaltigen Außenwirtschaftspolitik.

2. Mittelstand und Industrie durch Zukunfts-Investitionen unterstützen

Der Mittelstand ist das Rückrat der deutschen Wirtschaft. Den ökonomischen und politischen Krisen ist mit Investitionen, Produktivitätssteigerung und einer neuen Wachstumsdynamik zu begegnen. Wir brauchen mehr Investitionen in Arbeit, Forschung und Bildung. Der EU-Haushalt muss umstrukturiert werden und stärker zur Finanzierung von Investitionen und Wachstum dienen.

Auf die Interessen der KMU ist besonders zu achten. Weiterer Bürokratieabbau ist unverzichtbar.

3. Steuer- und Finanzpolitik harmonisieren

In Europa müssen einheitliche Standards der Steuererhebung und des Steuervollzugs vereinbart werden. Steuerflucht in Steuer-Oasen muss unterbunden werden. Unternehmen sollten da besteuert werden, wo sie ihre Wertschöpfung und ihre Gewinne erzielen. Europa braucht insgesamt eine stärker koordinierte Wirtschafts- und Währungspolitik.

4. Binnenmarkt vollenden und Euro-Verbund stabilisieren

In zentralen Bereichen wie digitale Wirtschaft, Energie und industrieller Großtechnologie sollte ein Höchstmaß an Integration geschaffen werden, um den führenden Playern auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig entgegen treten zu können. Eine Vertiefung der Währungsunion sollte Schritt für Schritt erfolgen.

Dies sind die Arbeitsschwerpunkte  des Fachforums:

  • Information und Dialog:
    • Briefings zu aktuellen Themen innerhalb des Forums
    • Brüssel- und USA-Reise für Mitglieder (Gespräche mit Politik, Unternehmen, Verbänden und Exekutive)
    • Begleitung des Brexit-Prozesses (u.a. Diskussionsveranstaltung am 22.11. in Berlin)
    • Agenda Mittelstand und Binnenmarkt/Außenhandel
    • Briefings zu Marktchancen für Mitglieder
    • Veranstaltung zu BRICS-Märkten
    • Veranstaltungen zu MuOE
    • Forenübergreifende Themen (Veranstaltungen und Briefings)
  • Politische Beratung
    • Begleitung der deutschen G 20-Präsidentschaft mit Informationsveranstaltungen
    • Initiativen zur Überwindung von Sanktionspolitik und Förderung von Handelsbeziehungen (Kuba-, Iran-, Russland-Konferenzen)
    • Beratung Familienunternehmen
  • Eigene Studien/Publikationen:
    • Rohstoffmärkte Gas und ÖL
    • Emerging Markets und Außenwirtschaft
    • Handelsbarrieren

Leitung des Fachforums

Regina von Flemming

Mitglied des Aufsichtsrates

Mobile TeleSystems (Russland)

Regina von Flemming ist Mitglied unseres erweiterten Präsidiums. Sie verfügt über 25 Jahre Berufserfahrung in Europa, MOE, CIS und den USA. Seit 2015 ist sie im Aufsichtsrat von Mobile TeleSystems in Moskau, dem Marktführer für Telekommunikation in Russland und GUS, gelistet in NYSE. Außerdem ist sie Mitglied des Kuratoriums des Deutsch-Russischen Forums in Berlin, Mitglied des Vorstandes des Endowment Funds des Jüdischen Museums in Moskau und Mitglied des Vorstandes der Deutsch-Russischen Außenhandelskammer.
Von 2005- 2015 war sie CEO der Axel Springer AG Russland und Herausgeberin u.a. der investigativen Publikationen Forbes und Newsweek Russia. Seit 2010 ist sie Mitglied des Rotary Clubs sowie im Vorstand des Stipendienfonds Russian Standard.

© Wirtschaftsforum der SPD e.V. / Nanna Heitmann

Kontakt in der Geschäftsstelle

Elisabeth Guß

030 / 400 40 665

Elisabeth Guß studierte Wirtschaft und internationale Politik an der Leibniz Akademie Hannover, der Universität Hamburg und der Universität Autónoma Barcelona.
Sie war vor Ihrer Tätigkeit im Wirtschaftsforum u.a. bei der Volkswagen AG und der TUI Deutschland GmbH beschäftigt. Seit ihrem Aufenthalt an einer deutschen Botschaft stand das berufliche Ziel zur Schnittstelle mit der Politik jedoch fest. Regionale und bilaterale Beziehungen - z.B. zwischen der EU und Lateinamerika - beschäftigten Sie bereits im Rahmen ihrer Masterarbeit.

Veranstaltungen des Forums

29.08.2017

Wirtschaftliche Auswirkungen der US-Sanktionen gegen Russland

Die am 25. Juli vom US-Repräsentantenhaus verabschiedeten Sanktionen gegen Russland versetzen die deutsche Wirtschaft und Politik in Unruhe. Gemeinsam mit Michael Harms, Leiter des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft möchten wir über mögliche Konsequenzen der Sanktionen auf die europäische Wirt ...

22.06.2017

Sicherheit und Verteidigung im Cyberraum

Die globale Vernetzung bürgt enorme wirtschaftliche Potenziale, aber auch sicherheitspolitische Risiken. Auch Deutschland verzeichnet immer mehr Angriffe im Cyberraum. Es fehlt an strategischer Positionierung sowie institutioneller Verantwortung für Cyberschutz. ...

15.06.2017

USA: ein verlässlicher Partner? Arbeitssitzung des Fachforums Europa und Außenwirtschaft

Seit der Wahl des 45. Präsidenten der USA ist der internationale, barrierefreie Handel kein Selbstverständnis mehr. In der Arbeitssitzung tauschten wir uns über die Zukunft der bilateralen Beziehungen zu den USA und das multilaterale Handelssystem aus. ...

05.04.2017

Arbeitssitzung des Fachforums Europa und Außenwirtschaft: Türkei

Unter der Leitung von Regina von Flemming hat sich unser Fachforum Europa und Außenwirtschaft mit dem Thema Türkei befasst. Weitere Impulse zur Arbeitssitzung gaben Mario Diel, Präsident der ConBridge Advisory Group in Istanbul und Jan Nöther, Vorstandsmitglied der Deutsch-Türkischen Handelskammer. ...

29.03.2017

Global Governance in Zeiten der Globalisierungsskepsis – Impulse aus der G20-Wirtschaft

Mit Blick auf die deutsche G20-Präsidentschaft 2017 haben wir mit Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries und B20-Präsident Dr. Jürgen Heraeus über die Zukunft des internationalen Handels und der digitalen Wirtschaft gesprochen. Die Debatte fand vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten ...

22.11.2016

Brexit – What now?

Unter der Leitung von Regina von Flemming sprachen unsere Mitglieder und Interessenten über die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen des Austritts Großbritanniens aus der EU. ...

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Unser Präsidiumsmitglied Harald Christ bezieht in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt Stellung: "Europa ist die Lösung, nicht das Problem! Wir brauchen eine gemeinsame Vision und eine positive europäische Öffentlichkeit." ...

22.11.2016

B20: Das Wirtschaftsforum der SPD spricht sich für offene Grenzen und Multilateralismus aus

Gemeinsam mit der B20, dem offiziellen Engagement Partner der G20, sowie der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, stellt das Wirtschaftsforum der SPD die Wichtigkeit der diesjährigen deutschen G20-Präsidentschaft heraus. Gerade in Zeiten der politischen Unsicherheiten ist ein offener Dialog ...

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