Wirtschafsforum der SPD e.V.

Kritik am Exportverbot für medizinische Schutzausrüstung: Wirtschaftsforum der SPD fordert Dialog über kritische Infrastruktur in der Gesundheitsversorgung

06.03.2020

Berlin, 6. März 2020. Das Wirtschaftsforum der SPD e.V. warnt vor negativen Auswirkungen des Exportverbots für medizinische Schutzausrüstung, den der gemeinsame Krisenstab des Bundesinnen- und Bundesgesundheitsministeriums zur Bekämpfung des Coronavirus‘ verhängt hat. Diese Anordnung stellt die Produktion von Medizinprodukten und Arzneimitteln sowie den lebensnotwendigen Betrieb von Gesundheitseinrichtungen wie Dialysezentren weltweit vor große Herausforderungen. Die im Fachforum Gesundheitswirtschaft engagierten Unternehmen appellieren an die Politik, die Belieferung der ausländischen Betriebsstätten zur Aufrechterhaltung von PatientInnenversorgung und Produktion zu ermöglichen.

Hierzu erklärt Prof. Dr. Susanne Knorre, Vizepräsidentin des Wirtschaftsforums der SPD e.V.: „Die Branche ist vor dem Hintergrund internationaler Produktionsnetzwerke auf funktionierende Handelsketten angewiesen. Es muss sichergestellt sein, dass Produktionsbetriebe ihre Arbeit fortsetzen können, damit die Versorgung von Gesundheitseinrichtungen mit Medizinprodukten und Arzneimitteln auch in Zukunft gewährleistet ist. Die Produktionsstätten haben nur begrenzte Lagermöglichkeiten und erhalten teils mehrmals wöchentlich Lieferungen mit medizinischer Schutzausrüstung, die zwingend erforderlich ist – für den Schutz von medizinischem Personal in Dialysezentren und für die Produktion, die oft unter Reinraumbedingungen erfolgt.“

Aus Sicht des Wirtschaftsforums ist eine enge Abstimmung und Koordinierung von Maßnahmen auf Ebene der Europäischen Union dringend notwendig, um nationale Alleingänge zu vermeiden und um die Corona-Krise gemeinsam zu bewältigen. „Wir brauchen einen Dialog zwischen Wirtschaft, Politik und Gesundheitseinrichtungen über die kritische Infrastruktur in der Gesundheitsversorgung, um künftig die PatientInnenversorgung in Krisenfällen sicherzustellen“, betont Knorre.

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