• Civey-Umfrage: “Nur mit Innovationsgeist und Zukunftstechnologien kann der Wirtschaftsstandort Deutschland stabilisiert und zukunftsfest gemacht werden”

03.09.2026

Berlin, 3. September 2026 Eine deutliche Mehrheit der privatwirtschaftlichen Entscheiderinnen und Entscheider ist der Ansicht, dass die Bundesregierung nicht genug unternehme, um Deutschlands Wirtschaftsmodell zukunftsfest zu machen. Zu diesem eindeutigen Ergebnis kommt die neue repräsentative Civey-Umfrage unter 1000 Wirtschaftsvertreterinnen und -vertretern vom 21. bis 30. August 2026, die das SPD-Wirtschaftsforum in Auftrag gegeben hat. Nur rund 15 Prozent der Befragten sind anderer Meinung und finden, dass die Bundesregierung auf diesem Feld genug unternehme.

“Der Beleg ist so eindeutig wie dringlich: Die jüngste von uns in Auftrag gegebene Civey-Umfrage zeigt: Mehr als 80 Prozent der privatwirtschaftlichen Entscheider in Deutschland sind der Ansicht, dass die Bundesregierung nicht genug unternehme, um Deutschlands
Geschäftsmodell zukunftsfest zu machen. Nach den Reformen im Bereich Gesundheit und Soziales hat die Bundesregierung den Auftrag, sich noch stärker wirtschaftspolitisch um den Wohlstand von morgen zu kümmern. Sie muss die Frage beantworten, wie sie Wachstumsbranchen fördern und unsere Unternehmen auf dem Pfad zur technologischen Pole-Position stärken möchte”, sagte die Präsidentin des SPD-Wirtschaftsforums, Prof. Dr. Ines Zenke.

Es sei gut und richtig, dass die Bundesregierung – so wie zuletzt auf der Kabinettsklausur geschehen – die Wettbewerbsfähigkeit des Landes ins Zentrum ihrer Aktivitäten stelle.

“Nur mit Innovationsgeist und der gezielten Anwendung von Zukunftstechnologien kann der Wirtschaftsstandort Deutschland stabilisiert und zukunftsfest gemacht werden. Wirtschafts- und industriepolitisch gilt es daher, Investitionen in Digitalisierung, KI-Technologien und Bildung zu verstetigen und den Transfer von der Forschung hin zur industriellen Skalierung zu stärken. Sprich: Technologieführerschaft als Produktivitätshebel und damit als Fundament von Wachstum und Wohlstand ernst zu nehmen”, so Zenke.

Jedes Unternehmen sei aber auch selbst gefragt: “Knapp 44 Prozent der befragten Entscheider aus der Wirtschaft sind der Meinung, dass sich die Unternehmen in Deutschland nicht ausreichend mit Zukunftstechnologien auseinandersetzen. Das ist als Arbeitsauftrag auch an die Wirtschaft zu verstehen. Politik muss den Rahmen schaffen; die Anwendungen müssen in den Unternehmen gefördert und umgesetzt werden”, betonte die WiFo-Präsidentin. Rund 43 Prozent sind hingegen der Meinung, dass die Unternehmen hier bereits gut aufgestellt sind und sich hinreichend mit Zukunftstechnologien auseinandersetzen.

Wie auch in den zuvor in Auftrag gegebenen Civey-Umfragen bleibt der Abbau von Bürokratie das wichtigste Thema unter den befragten Wirtschaftsvertreterinnen und -vertretern, um den Standort Deutschland zu stärken.

“Damit der Standort Deutschland gestärkt wird, bleibt der Abbau von Bürokratie und Pflichten mit 65 Prozent das dringlichste Thema für die Befragten – deutlich vor der Senkung der Energiepreise an zweiter Stelle und den Investitionen in die Infrastruktur an drittwichtigster Stelle. Damit bestätigt die repräsentative Befragung das, was wir auch in verbandsinternen Umfragen unter unseren Mitgliedsunternehmen wiederholt sehen – und sie untermauert den Appell an die Bundesregierung, insbesondere die weitreichenden Beschlüsse zum Bürokratieabbau aus dem letzten Koalitionsausschuss nun wirklich zügig Gesetz werden zu lassen”, erklärte Zenke weiter.

Auch das Thema Fachkräfte bleibt für die Entscheiderinnen und Entscheider bedeutend: 68 Prozent finden es wichtig bis sehr wichtig, dass Deutschland für ausländische Fachkräfte attraktiv bleibt. Nur rund ein Viertel finden dies weniger wichtig oder gar nicht wichtig.

Die Präsidentin des SPD-Wirtschaftsforums kommentiert dazu: “Unsere Unternehmen, der Wirtschaftsstandort Deutschland ist auf Internationalität und Weltoffenheit angewiesen. Deutschland konkurriert dabei mit anderen Industrieländern um Fachkräfte aus dem Ausland: Ein Mangel an Fachkräften kann ein wesentliches Hemmnis für Wirtschaftswachstum und den Wirtschaftsstandort Deutschland sein. Insbesondere durch den demografischen Wandel wird Deutschland in Zukunft mehr denn je auf Zuwanderung angewiesen sein.”

Die Ergebnisse unserer Civey-Umfrage können Sie hier abrufen.