Berlin, 7. September 2026 – Zu den vorläufigen Ergebnissen der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kommentiert das Präsidium des SPD-Wirtschaftsforums:
„Das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist ein tief beunruhigender Einschnitt. Er darf weder verharmlost noch als regionale Besonderheit abgetan werden.
Gleichzeitig wäre es falsch, dieses Wahlergebnis vorschnell zum allgemeinen Lackmustest für alle kommenden Wahlen zu erklären. Unsere Demokratie ist wehrhaft und stark. Sie bleibt es aber nur, wenn Demokratinnen und Demokraten Haltung zeigen, Institutionen funktionieren und die politische Mitte wieder überzeugender vermittelt, dass sie die realen Sorgen der Menschen versteht und wirksam handelt.
Denn diese Wahl ist nicht allein ein Erfolg der AfD. Sie ist auch ein Signal des Misstrauens gegenüber den etablierten Parteien und gegenüber der Leistungsfähigkeit des Staates. Die Parteien der demokratischen Mitte müssen sich deshalb ehrlich fragen, was im Land falsch läuft.
Es reicht nicht, die AfD moralisch zu verurteilen oder ihre Wählerinnen und Wähler pauschal auszugrenzen. Rechtsextremismus muss klar benannt und entschieden bekämpft werden. Zugleich muss die demokratische Politik wieder sichtbar und spürbar zeigen, dass sie Probleme löst: bei Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Beschäftigung, bei Energiepreisen und industrieller Wertschöpfung, bei Migration und innerer Sicherheit, bei bezahlbarem Wohnen, bei Bildung, Infrastruktur und einer handlungsfähigen Verwaltung.
Die Präsidentin des Verbandes, Prof. Dr. Ines Zenke betont: „Besonders die Bundesregierung und die Koalitionsparteien stehen in der Verantwortung, ihre Reformbemühungen mit größerer Klarheit, Einigkeit, Konsequenz und Wirkung voranzutreiben. Wirtschafts-, Industrie- und Standortpolitik sowie die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit müssen noch stärker ins Zentrum politischen Handelns rücken. Entscheidend ist dabei nicht allein die Ankündigung weiterer Reformen, sondern deren konkrete, spürbare Wirkung im Alltag.“
Die politische Mitte wird nur dann Vertrauen zurückgewinnen, wenn sie nicht belehrt, ausweicht oder Probleme kleinredet, sondern Orientierung gibt, Prioritäten setzt und Ergebnisse liefert. Deutschlands wirtschaftliche Stärke, sein gesellschaftlicher Zusammenhalt und seine demokratische Zukunftsfähigkeit stehen auf dem Spiel. Das muss die politischen Debatten und Entscheidungen der kommenden Monate bestimmen. Hier brauchen wir weder Panik und Personaldebatten noch Dauerstreit, sondern Vernunft und Zusammenhalt.“