Wie stärken wir Vertrauen in Medien – und damit in unsere Demokratie?
Darüber haben wir bei der 17. Ausgabe des WiFo Afterworks mit der Intendantin des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), Ulrike Demmer, gesprochen. Im Gespräch mit Nora Heer, Vizepräsidentin des SPD-Wirtschaftsforums, stand die Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen im Mittelpunkt.
Klar wurde: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist ein zentraler Bestandteil unserer demokratischen Infrastruktur. Als gemeinwohlorientiertes Medium schafft er Orientierung, ermöglicht faktenbasierten Austausch und bietet einen verlässlichen „common ground“ in einer zunehmend fragmentierten Informationswelt.
Gleichzeitig steht der Journalismus unter erheblichem Druck. Die Dynamik digitaler Medien, die Bedeutung von Klickzahlen und die Verbreitung von Desinformation verändern die Rahmenbedingungen journalistischer Arbeit grundlegend. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat hier die besondere Chance und Verantwortung, sich von kurzfristigen Aufmerksamkeitslogiken unabhängig zu machen.
Besonders eindrucksvoll war die Diskussion über die Bedeutung des Regional- und Lokaljournalismus. Lange unterschätzt, ist er heute wichtiger denn je für demokratische Teilhabe, gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine lebendige Diskurskultur vor Ort. Der Blick in die USA zeigt, welche Folgen der Rückgang lokaler Medien für Öffentlichkeit und Demokratie haben kann.
Vor dem Hintergrund des Global Risks Report 2026, der Miss- und Desinformation erneut zu den größten Risiken zählt, bleibt eine zentrale Erkenntnis: Demokratien leben davon, dass Bürgerinnen und Bürger Zugang zu verlässlichen Informationen haben und auf einer gemeinsamen Wissensgrundlage diskutieren können.
Vielen Dank an Ulrike Demmer für die offenen Einblicke und die spannende Diskussion sowie an alle Gäste für den engagierten Austausch.