Welche Rolle können Volksparteien in einem sich verändernden, pluralen Parteiensystem spielen – und was bedeutet das für eine wehrhafte Demokratie? Mit diesen Fragen haben wir uns bei unserem 19. WiFo AfterWork mit Dr. Julia Reuschenbach auseinandergesetzt.
Im Mittelpunkt stand die Frage, was Volksparteien heute ausmacht. Dabei ging es um politische Identifikation und um Parteien als Orte, an denen unterschiedliche Interessen zusammenkommen, Konflikte ausgetragen und gemeinsame Lösungen entwickelt werden.
Gerade diese Aushandlungsprozesse brauchen Zeit. Während politische und gesellschaftliche Debatten heute häufig schneller und fragmentierter verlaufen, stehen Parteien vor der Herausforderung, neue Formen des Austauschs zu finden, ohne ihre Orientierungs- und Integrationsfunktion aufzugeben.
Unsere Vizepräsidentin Dr. Tanja Wielgoß betont zugleich: Die etablierten Parteien verfügen weiterhin über das Potenzial, große Teile der Bevölkerung anzusprechen. Eine sogenannte „Verzwergung“ lasse sich empirisch daher nicht bestätigen. Insbesondere bei Nichtwählerinnen und Nichtwählern bestehen noch erhebliche Integrations- und Beteiligungspotenziale.
Es braucht daher eine klare Zukunftsvision mit konkreten politischen Antworten, eine konstruktive Fehlerkultur und die Bereitschaft, Konflikte auszutragen und unterschiedliche Interessen miteinander zu verbinden.
Vielen Dank an Dr. Julia Reuschenbach für die differenzierte Diskussion und allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für den offenen Austausch!