• Digitalkonferenz zum Digitalen Euro

09.12.2025

Der Digitale Euro soll kommen, das steht bereits seit fünf Jahren fest. Aber was ist der Digitale Euro überhaupt? Und wie kann er verbraucherfreundlich, modern und sicher zugleich ausgestaltet werden? Über diese Fragen haben am Freitag, den 5. Dezember 90 Teilnehmer:innen miteinander diskutiert. Den inhaltlichen Rahmen haben hochkarätigen Gäste im Gespräch mit Vizepräsident und Leiter des Fachforums „Finanzen und Kapitalmarkt“ Dr. Peter Güllmann gesetzt.

Die Leiterin des Zentralbereichs Digitaler Euro bei der Bundesbank, Dr. Alexandra Hachmeister, gab einen Überblick über den Stand der Einführung. Sie betonte, wie wichtig ein eigenes europäisches Zahlungsinstrument für die Souveränität der EU ist. So soll der Digitale Euro als europäische Alternative zu Visa, Mastercard und Paypal werden. Dafür ist eine einfache Handhabung per App zentral, so Dr. Hachmeister.

Professor Dr. Peter Bofinger, Ökonom und ehemaliger Wirtschaftsweise, vertrat die Ansicht, es gäbe bereits ausreichend private Zahlungsinstrumente auf dem Markt. Bevor ein Digitaler Euro eingeführt wird, sollten Initiativen wie Wero gestärkt und verbreiteter werden.

Matthias Ecke, MdEP, und Jens Behrens, MdB, unterstrichen die Wichtigkeit des Digitalen Euros als europäisches Projekt. Wenn wir flächendeckend digitales Bezahlen möglich machen und gleichzeitig die europäische Souveränität stärken wollen, braucht es den Digitalen Euro. Ihr Anliegen ist es, das Projekt Digitaler Euro nun schnellstmöglich umzusetzen, gerade auch um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Wettbewerbsfähigkeit und europäische Souveränität ist auch den Banken und ihren Verbänden wichtig. Das ging aus der anschließenden Diskussion um die konkrete Ausgestaltung hervor. Für sie ist die Kundenbetreuung und die Ausgabe des Digitalen Euros über ihre bestehenden Kundenkonten zentral. Die Ausgabe über eine EZB eigene App würde aus ihrer Sicht die Kompetenzen der Zentralbank deutlich überschreiten.

Wie die EU-Kommission den Digitalen Euro konkret umsetzen will und über welche Instanz der Digitale Euro ausgegeben werden kann, wird in der kommenden Woche vielleicht schon konkreter. Dann tagt die nächste Verhandlungsrunde auf EU-Ebene und könnte bereits wichtige Weichen stellen. Ziel ist es, im kommenden Jahr eine Gesetzgebung für die Einführung des Digitalen Euros zu schaffen, sodass eine Probephase mit ersten Transaktionen 2027 stattfinden kann.