• Fokus private Investitionen – was bringt der Deutschlandfonds?

10.03.2026

Mehr Investitionen ermöglichen: Mit dem Deutschlandfonds ist im Dezember ein zentrales Vorhaben der Bundesregierung an den Start gegangen. 30 Milliarden Euro, die 130 Milliarden Euro an Investitionen heben – und bessere Rahmenbedingungen insbesondere für private Investoren schaffen sollen. Wo wir stehen und welche weiteren Schritte geplant sind, diskutierte unser Fachforum „Finanzen und Kapitalmarkt“ mit Dr. Wiebke Esdar, MdB, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion und Dr. Frank Wachtler, Abteilungsdirektor Vorstandsstab der KfW.

Fokus Schlüsseltechnologien

Die Zielsetzung ist klar: Der Deutschlandfonds ist ein Beitrag der Koalition für mehr Investitionen – und das langfristig. Neben dem bereits beschlossenen Sondervermögen „Klimaschutz und Infrastruktur“, dem Standortfördergesetz und dem Investitionsbooster mit Superabschreibungen ist der Fonds dafür ein weiteres, zentrales Instrument. Öffentliche Investitionen können aber nur einen geringeren Teil eines gesunden Standortes ausmachen, betonte Dr. Wiebke Esdar. Private und kommunale Investoren sollen gezielt mobilisiert werden, damit Investitionen in Industrie, Mobilität, Energieinfrastruktur, Rohstoffgewinnung, und innovativer Technologien sowie unserer Verteidigungsfähigkeit erfolgen. Denn das sei Voraussetzung, um unser Land schrittweise unabhängiger und zukunftsfest zu machen und so gute Arbeitsplätze zu schaffen. Weitere nächste Schritte, darunter Fremdkapitalinstrumente zur Finanzierung von Energieinfrastruktur sowie für Start-Ups und Scale-Ups, befinden sich bereits für dieses Jahr in Vorbereitung.

Aus dem „Maschinenraum“ des Deutschlandfonds

Der hohe Investitionsbedarf sei aus Perspektive der KfW nicht allein durch öffentliche Investitionen zu stemmen – allein im Energiebereich beträgt dieser bis zum Jahr 2045 laut Schätzungen 1,3 Billionen Euro. Um privates Kapital zu heben, arbeite man ressortübergreifend zusammen, betonte Dr. Frank Wachtler. Perspektivisch denkbar sei eine Öffnung der Instrumente auch für institutionelle Investoren. Auch der Verbriefungsmarkt solle 2026 angekurbelt werden, um kommerziellen Banken weitere Kreditvergabe an den Mittelstand zu vermöglichen. Weitere Projekte, etwa im Rohstoffbereich, seien ebenfalls in der Pipeline.

In der von Schatzmeisterin Prof. Dr. Susanne Knorre und Vizepräsident Dr. Peter Güllmann flankierten Diskussion wurde vor allem über die konkrete Ausgestaltung einzelner Instrumente diskutiert. Die Ausrichtung des Deutschlandfonds und damit verbundene spezifische Fragestellungen werden wir weiter begleiten. Denn eines wurde nochmal deutlich: Wirtschaftliche Stärke erfordert aktives Handeln, um den enormen Finanzierungsbedarf gemeinsam zu stemmen.