• Innenstädte und Zentren der Zukunft gestalten

     

10.07.2026

Wie gestalten wir Innenstädte und Zentren der Zukunft? Diese Frage stand im Mittelpunkt unserer Digitalkonferenz, die Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kommunen, Handel, Immobilienwirtschaft und Digitalisierung zusammengebracht hat.

Gemeinsam mit Ministerialdirektor Dietmar Horn, Abteilungsleiter für Stadtentwicklung und Raumordnung im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, Martin Bieberle, Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen & Umwelt der Stadt Hanau, Jonathan Oskar Hirsch, Head of Portfoliomanagement der Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG, Dirk Hünerbein, Director of Development Germany bei Unibail-Rodamco-Westfield, sowie Sina Schneider, Public Policy Manager bei Wolt Enterprises, wurde darüber diskutiert, welche politischen und wirtschaftlichen Weichen für zukunftsfähige Innenstädte gestellt werden müssen.

Die Diskussion hat gezeigt: Die Transformation unserer Innenstädte ist weit mehr als eine städtebauliche Aufgabe. Sie ist zugleich eine wirtschafts-, gesellschafts- und demokratiepolitische Herausforderung.

Ein eindrucksvolles Praxisbeispiel lieferte die Stadt Hanau. Martin Bieberle machte deutlich, dass Kommunen ihre Innenstädte aktiv gestalten können – und müssen. Der strategische Erwerb von Schlüsselimmobilien, die konsequente Nutzung kommunaler Instrumente wie des Vorkaufsrechts sowie die Unterstützung neuer und bestehender Marktteilnehmer zeigen, wie Leerstand verhindert und neue Impulse für lebendige Zentren gesetzt werden können. Die Frage „Wem gehört die Stadt?“ ist dabei von zentraler Bedeutung.

Mit Blick auf die anstehende BauGB-Novelle wurde deutlich, dass die Modernisierung des Städtebaurechts wichtige Chancen eröffnet. Gleichzeitig besteht weiterer Handlungsbedarf – unter anderem bei der Digitalisierung von Planungs- und Beteiligungsverfahren und der Stärkung kommunaler Handlungsspielräume. Um Nutzungsmischungen, und damit den Schlüssel für lebendige Zentren, besser zu ermöglichen, bedarf es dringend einer praxistauglichen Weiterentwicklung der TA-Lärm. Da diese bereits im Koalitionsvertrag vereinbart ist, warben alle Gäste um eine schnelle Umsetzung von reformierten Messwerten und Messpunkten.

Auch aus Sicht von Handel und Immobilienwirtschaft wurde deutlich: Die Innenstadt der Zukunft ist ein multifunktionaler Lebensraum. Wohnen, Arbeiten, Handel, Kultur, Gastronomie, Nahversorgung und Freizeitangebote müssen stärker zusammengedacht werden. Dabei spielen leistungsfähige Infrastruktur, digitale Angebote und eine wohnortnahe Versorgung ebenso eine Schlüsselrolle wie attraktive öffentliche Räume.

In der Diskussion mit unseren Mitgliedern wurde zudem hervorgehoben, dass Kultur und Tourismus unverzichtbare Bestandteile lebendiger Zentren sind und in der Debatte künftig noch stärker berücksichtigt werden sollten.

Unser Fazit: Zukunftsfähige Innenstädte entstehen dort, wo Politik, Kommunen und Wirtschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen. Die Herausforderungen sind komplex – die Bereitschaft, neue Wege zu gehen, war in der Diskussion ebenso deutlich spürbar wie der gemeinsame Wille, die notwendigen politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln.

Ein herzlicher Dank gilt unseren Expertinnen und Experten, unseren Fachforenleitern Tim-Oliver Müller für die hervorragende Moderation und Stefan Giffeler für die einleitende Begrüßung sowie den zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die fundierten Impulse und den konstruktiven Austausch.