Resilienz von Landwirtschaft und Handel – „vom Wochenmarkt zum Welthandel“
Landwirtschaft und Handel sind zwei tragende Säulen unserer Volkswirtschaft. Doch wie stellen wir uns in geopolitisch und geoökonomisch herausfordernden Zeiten auf? Was braucht es, damit unsere Wertschöpfung vor Ort eine Zukunft hat und gleichzeitig nachhaltig und resilient ist? Darum drehte sich unsere gestrige Konferenz zur Resilienz und Zukunftsfähigkeit von Landwirtschaft und Handel in den Räumlichkeiten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes.
Bundesminister Alois Rainer: „Landwirtschaft ist für mich Wirtschaft“
Alois Rainer, Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat bekräftigte den Austausch als Ausdruck gelebter politischer Verantwortung. Oberstes Ziel der Koalition sei, dass Deutschland innovativ und wirtschaftlich erfolgreich bleibe. Landwirtschaft sei dabei von existenzieller Bedeutung für uns alle – deshalb gelte umso mehr, sie in Gänze wettbewerbsfähig zu halten. Was es deshalb insbesondere brauche: Weniger Bürokratie für unsere Unternehmen und Betriebe und eine moderne Exportstrategie, die die Potenziale neuer Märkte und Abkommen wie mit den Mercosur-Staaten nutze. Gleichwohl plädierte der Minister, müsse Ernährung und Landwirtschaft auch ein Stück weit anders gedacht werden: als Teil einer resilienten Grundversorgung, die auch in Krisen- und Notfallszenarien denke.
Versorgung sichern, Märkte gestalten – Landwirtschaft und Handel in geopolitischen Zeiten
In zwei Panels wurde vertieft diskutiert, wie sich Landwirtschaft, Ernährungssicherung und Handel in einem zunehmend volatilen internationalen Umfeld strategisch aufstellen müssen. Im ersten Panel „Ernährung sichern, Landwirtschaft stärken – Mercosur im globalen Kontext“ diskutierten Dr. Franziska Kersten MdB und agrarpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Bettina Rudloff, Agrarökonomin der Stiftung Wissenschaft und Politik und Steffen Reiter, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Fleischwirtschaft e.V. unter der Moderation von Christoph Metzner, Leiter Public Affairs beim Deutschen Raiffeisenverband e.V. über offene Märkte, globale Lieferketten und neue Handelsabkommen. Deutlich wurde dabei die Bedeutung verlässlicher Handelsrouten und internationaler Kooperation für stabile Versorgungssysteme. Handelsabkommen – etwa mit den Mercosur-Staaten – können Chancen für Diversifizierung, Rohstoffversorgung und neue Absatzmärkte bieten, sofern europäische Standards und Wettbewerbsfähigkeit gewahrt bleiben.
Im zweiten Panel „Zukunft des Handels: Zwischen Wertschöpfungsketten, Innovation und Regulatorik“ beleuchteten Emilie Bourgoin, Group Director Public Affairs der Rewe Group, Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverband Deutschland e.V. und Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Institut für Handelsforschung GmbH die Perspektiven des Handels in Zeiten multipler Krisen. Diskutiert wurden unter anderem die Bedeutung resilienter Lieferketten, der anhaltende Preis- und Margendruck im Einzelhandel sowie die Chancen der Digitalisierung für effizientere Prozesse und neue Geschäftsmodelle. Zugleich wurde deutlich, dass stabile politische Rahmenbedingungen, praktikable Regulierung und offene Märkte entscheidend bleiben, um Innovation, Investitionen und eine funktionierende Wertschöpfungskette von der Landwirtschaft bis zum Handel zu sichern.
Durch die Veranstaltung führten unsere beiden Vizepräsidenten Michael Wiener und Thomas Antonioli. Ein herzliches Dankeschön an alle Podiumsgäste, an unsere Gäste, unseren Tagesmoderator Christoph Metzner und an unseren Gastgeber, den Deutschen Sparkassen- und Giroverband e.V.