• Fachgespräch des Politischen Beirats zum Industriestandort Deutschland

23.03.2026

Industrie strategisch denken: Was trägt – was wirkt – was wächst?

Der Industriestandort Deutschland ist nicht nur in einer konjunkturellen Krise, sondern auch in einer Phase des systemischen Umbruchs. Wie die Weichen neu gestellt werden können und müssen, haben wir gestern im Rahmen unseres Politischen Beirats diskutiert: Wie entwickeln wir unser industrielles Ökosystem mit Blick auf Resilienz, Sicherheit und Exportstärke – und wie kann Politik diese Stärke gezielt unterstützen?

Prof. Dr. Ines Zenke, Präsidentin des SPD-Wirtschaftsforums, und Armand Zorn, MdB, Vorsitzender des Politischen Beirats sowie stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, haben den Abend mit der klaren Botschaft eröffnet: Unser Wirtschaftsmodell steht unter Druck, aber es gibt gute Gründe, selbstbewusst über die Zukunft der Industrie in Deutschland zu sprechen. Nun gilt es, Innovationen und Infrastruktur als Pfeiler der industriellen Entwicklung zu begreifen und die Rolle des Staates, die Befähigung von Beschäftigten und die Relevanz von Exportmärkten als integrative Bestandteile unserer Volkswirtschaft zu aktivieren.

Die hochkarätig besetzte Panel-Diskussion gemeinsam mit Tanja Gönner, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI), und Yasmin Fahimi, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), blickte auf die Besonderheiten unseres Industriestandortes – insbesondere die Verkettung zahlreicher Bestandteile der Wertschöpfungskette – im geoökonomischen Kontext. Dabei wurde deutlich: Wir können nicht einzelne Branchen gegeneinander ausspielen, sondern müssen unser integriertes System mit hoher Wertschöpfungstiefe nutzen. Gleichzeitig ist klar: Mehr unternehmerische – und mehr sozialpartnerschaftliche – Verantwortung etwa in den Bereichen Innovationen, Genehmigungsverfahren oder Fördersystematiken ist dringend geboten, wenn wir zurück zu alter Wettbewerbsfähigkeit kommen wollen.

Zuvor zeigten, stellvertretend für verschiedene Industriebranchen, drei Unternehmensvertreter die Vielfalt und Relevanz unseres industriellen Ökosystems auf:  Dr. Andreas Lützerath, Mitglied des Vorstands der TRIMET Aluminium SE, Daniel Sahl-Corts, Geschäftsführer Bundespolitik des VDMA, und Christian Clarus, Director Global Government Affairs der B. Braun SE sowie zugleich Leiter des Fachforums „Gesundheitswirtschaft“ im SPD-Wirtschaftsforum, haben betont, wie sehr sie auf verlässliche Energiepreise, moderne Infrastruktur und einen handlungsfähigen Staat angewiesen sind. Zugleich wurde deutlich: Es geht nicht darum, alte Strukturen zu konservieren, sondern darum, gezielt dort zu investieren, wo hohe Wertschöpfung, Technologiekompetenz und gute Arbeit zusammenkommen.

Für uns ist klar: Industrie strategisch zu denken heißt, über einzelne Branchen hinaus die Stärken des Systems als solches in den Blick zu nehmen – von Grundstoffen bis Hightech, von Tarifbindung bis Technologiesouveränität.