Wie Industriepolitik zentrale Transformationsprozesse wie Dekarbonisierung, Digitalisierung und Verteidigung unterstützen kann, haben die Vorsitzende der „Wirtschaftsweisen“, Prof. Dr. Monika Schnitzer, und der renommierte Arbeitsmarktexperte Prof. Dr. Enzo Weber (IAB Nürnberg) in ihrer jüngsten Publikation „Pro-kompetitive Industriepolitik für eine erfolgreiche Transformation der Wirtschaft“ analysiert und mit unseren Mitgliedern im Rahmen der ersten verbandsöffentlichen Digitalkonferenz unseres „Gesprächskreises Industriepolitik“ diskutiert.
Hierzu erklärt Prof. Dr. Ines Zenke, Präsidentin des Wirtschaftsforums: „Prof. Dr. Monika Schnitzer und Prof. Dr. Enzo Weber liefern mit ihrem Beitrag einen wichtigen Baustein, um die Debatte um die richtige Industriepolitik zu versachlichen. Es zeigt sich: Richtig angewendet, können industriepolitische Instrumente helfen, den Wirtschaftsstandort Deutschland in einer Phase der umfassenden Erneuerung zu stärken – beispielsweise, indem wir die öffentliche Beschaffung als strategischen Hebel nutzen oder Infrastrukturen als Fundament für die Transformation ertüchtigen.“
Die Diagnose von Prof. Dr. Monika Schnitzer und Prof. Dr. Enzo Weber ist klar:
- Wir erleben eine Industrie-Rezession. Fehlende Gründungsdynamik, Investitionszurückhaltung und Jobverluste zeigen, dass Transformation nicht von allein gelingt.
- Komplexe Transformationen (Digitalisierung, Dekarbonisierung, Verteidigung) erfordern die hybride Kombination von staatlicher Koordination und der Dynamik des Marktes
- Hohe wirtschaftspolitische Unsicherheit verhindert mutige Investitionen.
- Industriepolitik darf nicht im Bewahren des Status-Quo verharren, sondern muss Wettbewerb, Innovation und Resilienz strategisch fördern.
Deswegen braucht es:
- Koordination statt Stückwerk: Transformation braucht einen abgestimmten strategischen Ansatz.
- Investitionssicherheit schaffen: Klare Leitplanken statt wechselnder politischer Signale.
- Innovation und Gründungen fördern: Neue Technologien und Geschäftsmodelle gezielt unterstützen.
- Europa stärken: Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit gelingen nur im europäischen Rahmen.
Der Austausch setzt die Dialogformate des „Gesprächskreises Industriepolitik“ im Wirtschaftsforum fort und stellt gleichzeitig den Auftakt einer Serie von verbandsöffentlichen Formaten zum Themenkomplex dar.