Verlässlicher, zugänglicher und sozial ausgewogener: Das ist der Reformanspruch an die Private Altersvorsorge. Darüber diskutierten die Mitglieder unserer Arbeitsgemeinschaft „Altersvorsorge“ mit Michael Thews, Mitglied des Deutschen Bundestages und Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion für die private Altersvorsorge und Vizepräsident Dr. Peter Güllmann.
Zwei Gesetzgebungsprozesse stehen dabei im Fokus der Debatte: Die Frühstart-Rente sowie die geförderte kapitalgedeckte Altersvorsorge. Michael Thews betonte, dass die Produkte attraktiv, unkompliziert und mit begrenzten Vermittlungsgebühren gestaltet werden müssten, damit sie von den Verbraucherinnen und Verbrauchern genutzt werden. Auch Digitalisierung müsse hier ansetzen, um einen leicht zugänglichen Überblick über die eigene Altersvorsorge zu ermöglichen. Die Heranführung an den Kapitalmarkt gelinge am Besten mit einer transparenten Übersicht über die eigene finanzielle Situation. Das Zielbild ist klar: Die Absicherung der gesetzlichen Rente zum Schutz vor Altersarmut unter der Hinzunahme einer gestärkten betrieblichen und privaten Altersvorsorge. Hierbei nutze man insbesondere die bestehenden Konzepte aus der vergangene Legislaturperiode. Auch bei den noch bestehenden Riesterverträgen müsse das weitere Vorgehen geklärt werden – ein gewissen Niveau an Beitragsgarantien müsse auch in Zukunft Fortbestand haben, wobei eine Absenkung für manche Produkte durchaus sinnvoll sei. Für ihn sei klar, dass die Riester-Rente noch vor der Frühstart-Rente überarbeitet werden müsse, auch um Anschlussmöglichkeiten zu bieten.
Auch über die Ausgestaltung der Frühstart-Rente diskutierten die Mitglieder unserer AG Altersvorsorge mit Michael Thews, MdB. Neben der Frage des altersbezogenen Einstiegs wurde sich auch über Spielräume bei den Garantiemöglichkeiten ausgetauscht. Ob die Frühstart-Rente durch eine staatlich organisierte Standardlösung oder durch private Anbieter mit Wahlmöglichkeiten bei der Produktwahl, möglicherweise über einen Ausschreibungsprozess, organisiert wird ist weiterhin offen. Eine Zertifizierung über alle Garantiestufen hinweg wäre aus Praxissicht eine bürokratieschonende Herangehensweise. Auch die Frage der Zuzahlungsmöglichkeiten wurde als positiv bewertet, ist aber ebenso ungeklärt.
Die Diskussion verdeutlichte: Die Maßnahmen zur Reform der Altersvorsorge müssen im Gesamtpaket betrachtet werden. Das geplante Rentenpaket erfährt einen enormen Druck. Eine parlamentarische Befassung mit den Elementen der privaten Altersvorsorge ist nach aktuellem Stand für das Frühjahr 2026 geplant.