Den Strukturwandel meistern, wenn wir in Regionen denken: Das Ruhrgebiet macht es vor
Industrielle Stärke, Innovationsfähigkeit als Katalysator für neues Wachstum – eine Herausforderung, vor der nicht nur das Ruhrgebiet steht. Darüber diskutierten wir in einem digitalen Regionalbarometer mit Sören Link, Oberbürgermeister der Stadt Duisburg und Garrelt Duin, Regionaldirektor des Regionalverbands Ruhr unter Moderation von Vizepräsident Dr. Peter Güllmann.
„Wir sind anpassungswillig und -fähig“
Wie stellen wir uns im Strukturwandel richtig auf? Klar ist, so unterstrich Oberbürgermeister Sören Link: Wir wollen Industriestandort bleiben – in Duisburg und vielen anderen Kommunen, die von ähnlichen Entwicklungen betroffen sind, oder am Beginn des Wandels stehen. Wie also können Potenziale gehoben werden? Die kommunale Überschuldung ist ein großes Hindernis: Es bremst strategische Investitionen aus. Was mit Blick auf die Finanzlage gilt, muss zum Gradmesser aller Kraftanstrengungen werden: Den Strukturwandel regional verstehen und anzugehen. Nicht nur, um neue Investitionen anzulocken, auch um vorhandene Dienstleistungen zu bündeln, Stärken der Kommunen zu kombinieren: Wer in Regionen denkt, kann große Standortfragen und -entscheidungen zu seinen Gunsten entscheiden. Das Ruhrgebiet beweise schon Jahrzehnten, dass es Strukturwandel könne.
„Wir brauchen ein attraktives Narrativ“
Wer mit dem eigenen Standort punkten will, muss die Vorteile und Attraktivität für Investitionen auch nach außen sichtbar machen, betonte Garrelt Duin. Das Ruhrgebiet ist Modellregion für Transformation werden, wenn es Digitalisierung in den Behörden und Verwaltungen vorlebt und Prozesse so optimiert, dass Unternehmen eine Ansiedlung in der Region so einfach wie möglich gemacht wird. Entscheidend sei beispielsweise die Wiedernutzbarmachung von Brachflächen für neue Industrien und Unternehmen; davon verfüge das Ruhrgebiet in erheblichem Umfang.
Das Ruhrgebiet zeigt: Wer alt bewährtes mit neuen Lösungen kombiniert, kann die Transformation zum Vorteil der Beschäftigten gestalten, neue Arbeitsplätze schaffen, wo alte verschwinden und so den sozialen Zusammenhalt in einer Zeit stärken, die von komplexen Fragen und Veränderungen geprägt ist.