Wo steht die Sportnation Deutschland? Was braucht es, um die Potenziale von 29 Millionen Vereinsmitgliedern auch in Zukunft zu nutzen? Darüber diskutierten wir mit der Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, Dr. Christiane Schenderlein, MdB, und Dr. Dirk Fischer, Vorstandsvorsitzender des Wirtschaftsrates des 1. FC Union Berlin e.V.
Wirtschaftsfaktor Sport – eine Querschnittsaufgabe
Vizepräsidentin Dr. Tanja Wielgoß unterstrich eingangs die Bedeutung des Sports als starken und resilienten Wirtschaftsfaktor. Dass der Sport so viele Menschen aus der Gesellschaft zusammenbringt, sei einzigartig – und in einer herausfordernden Situation für den deutschen Wirtschaftsstandort umso essentieller.
Wie lässt sich gemeinschaftliches Engagement von Fans, Wirtschaft und Politik in nachhaltig Erfolg übersetzen? Dr. Dirk Fischer, Vorstandsvorsitzender des Wirtschaftsrates des 1. FC Union e.V., setzte in seinem Impuls klare Schwerpunkte:
- Deutschland ist ein sportbegeistertes Land und eine erfolgreiche Sportnation – aber die Konkurrenz hat aufgeholt.
- Die Struktur des deutschen Sports ist wichtiger Teil des Erfolgsmodells
- Der Staat ist insbesondere gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, um weiter selbstbestimmt und erfolgreich agieren zu können.
“Sportmilliarde”, die Reform der Spitzensportförderung oder auch die Vorbereitung der deutschen Olympia-Bewerbung: In den ersten knapp zwölf Monaten hat die schwarz-rote Koalition wichtige sportpolitische Signale gesetzt. Seitdem ist Dr. Christiane Schenderlein, MdB, die erste Staatsministerin für Sport und Ehrenamt. Sportgroßveranstaltungen seien wichtige Impulsgeber für Wirtschaft, Infrastruktur und internationale Sichtbarkeit. Damit hört die Verantwortung jedoch nicht auf: Wo Schwimmbäder oder der Sportplatz in der eigenen Kommune so sanierungsbedürftig sind, dass sie nicht mehr vollumfänglich genutzt werden können, entstehe Frust. Es sei deshalb gemeinschaftliche Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Menschen vor Ort tatsächlich Veränderungen spüren, um der Grundstimmung positive Beispiele entgegenzubringen, unterstrich die Staatsministerin.
Deutlich wurde auch: Nur wenn Engagement vor Ort mit wirtschaftlicher Unterstützung und gemeinschaftlichem Handeln zusammenkommen, kann der Sport sein volles Potenzial entfachen. Sport ist Standort- und Innovationsfaktor und bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für weiteres Wachstum.
Deutschland steht vor entscheidenden Veränderungen und Reformen. Dafür braucht es jetzt Entschlossenheit und den Mut aller Beteiligten. Der Sport schreibt immer wieder eindrucksvolle Geschichten, schwierigen Situationen mit neuem Aufbruch zu entgegnen und so die Grundlage für neuen Erfolg zu schaffen. Damit Deutschland auch in Zukunft eine erfolgreiche Sportnation und der Sport gesellschaftlicher Ankerpunkt bleibt.