• SPD-Wirtschaftsforum: „Wir brauchen Reformenbündel mit Lösungen, die ineinandergreifen“

28.04.2026

Fast vier Fünftel (78,4 Prozent) der Wirtschaftsvertreter trauen der Bundesregierung nicht zu (eher nein/nein), das Wirtschaftswachstum in Deutschland durch Reformen spürbar zu steigern. Zu diesem eindeutigen Ergebnis kommt eine vom SPD-Wirtschaftsforum in Auftrag gegebene Civey-Umfrage unter 1000 privatwirtschaftlichen Entscheidungsträgern in der Zeit vom 14.4. bis 24.4.2026.

Das Taktieren der Koalitionspartner halten zudem mehr als die Hälfte der Befragten für den Hauptgrund, warum die Bundesregierung nicht geschlossen auftritt. Knapp 40 Prozent sehen zu wenig Praxisnähe zur Wirtschaft als Hemmnis. An dritter und vierter Stelle nannten die Entscheider der Wirtschaft das Fehlen einer gemeinsamen Vision und die mangelnde Kompromissbereitschaft, die einem geschlossenen Auftreten der Koalition im Weg stünden. Interessant dabei auch: Nur knapp acht Prozent sehen die schwierigen äußeren Rahmenbedingungen wie beispielsweise die Lage in Nahost als Grund für diese Herausforderungen.

„Die Ergebnisse unserer zuletzt in Auftrag gegebenen Civey-Umfrage sind eindeutig und können nur als Alarmsignal gelesen werden. Der Druck auf die Wirtschaft ist enorm, die Geduld geht langsam zu Ende, die Unsicherheiten der volatilen Weltlage tun ihr Übriges. Was es jetzt braucht, ist eine gemeinsame Kraftanstrengung und einen konsequenten disziplinierten Kurs der Bundesregierung. Der Streit muss aufhören, es müssen klare Signale an Wirtschaft und Bürgerinnen und Bürger gesendet werden. Ein Reförmchen hier, das „Klein-Klein“ da und Einzelforderungen zur Profilierung Einzelner werden nicht zum Ziel führen und der Wirtschaft den so dringend erwarteten Aufschwung geben. Stattdessen brauchen wir ein Reformenbündel mit Lösungen, die ineinandergreifen und aufeinander aufbauen. Wir kennen das aus Zeiten der Ampel-Regierung: In einer Civey-Umfrage im Auftrag des SPD-Wirtschaftsforums aus dem Jahr 2024 gaben damals 87 Prozent an, dass der Ampel-Streit den Wirtschaftsstandort belaste. Was wir brauchen ist Planbarkeit, Beständigkeit und Klarheit“, sagt Prof. Dr. Ines Zenke, Präsidentin des SPD-Wirtschaftsforums.

Die Umfrage zeigt auch einmal mehr, welche Maßnahmen oben auf der Agenda stehen: die Senkung der Energiepreise und Abbau der Bürokratie. Beide Maßnahmen sind mit mehr als 60 Prozent die Themen, die die Befragten als wichtigste Vorhaben zur Förderung des Wirtschaftswachstums ansehen.

Befragt nach sinnvollen Maßnahmen, um von den aktuell hohen Energie- und Spritpreisen entlastet zu werden, wurden in der Civey-Umfrage vor allen die Senkung der Stromsteuer und die Senkung der Mehrwertsteuer auf Energieangegeben.

„Es muss daher jetzt auch alles daran gesetzt werden, die Zusagen aus dem bestehenden Koalitionsvertrag umzusetzen: die Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß sowie Umlagen und Netzentgelte zu senken, die für 2027 geplante Unternehmenssteuerreform vorzuziehen und die oftmals angekündigte Reformagenda in konkrete Maßnahmen zu führen“, so Zenke weiter.

Weitere Forderungen des SPD-Wirtschaftsforums zur konsequenten Umsetzung des Koalitionsvertrags finden Sie auch in unserem am 17. April 2026 veröffentlichen Positionspapier.